Toxische Beziehungen 7: Wenn Sex zur „Selbst-Vergewaltigung“ wird.

Wenn Sex zur „Selbst-Vergewaltigung“ wird.


Variationen und Langzeitfolgen ungesunder Sexualität


Sexualität sollte eigentlich der „I-Punkt“ einer Beziehung sein dürfen. Ein zusammen verschmelzen, miteinander wachsen, sich verbinden und trotz möglicher Erschöpfung neue Energie gewinnen.

Doch in toxischen Beziehungen ist eben dies nicht der Fall. Toxische Partner können sich nicht auf ihr Gegenüber einlassen (auch wenn dies manchmal vordergründig so scheinen kann). So kann sich toxische Sexualität trotz Orgasmus und starker Lust völlig unbefriedigend und energieraubend anfühlen.


Während der toxische Partner Sexualität als sein Grundrecht ansieht und dies unmissverständlich einfordert, beginnt sich das Opfer innerlich immer mehr abzuspalten. Obwohl eigentlich keine Lust vorhanden ist, überzeugt es sich selbst immer wieder den Sexualakt durchzuführen.


Den eigenen Körper überlisten… In keiner anderen Verbindung ist es schwerer den eigenen Bedürfnissen untreu zu sein, wie in der Sexualität und dennoch schaffen es Opfer in toxischen Beziehungen immer wieder. Wenn der Körper nicht will, dann setzt dieser alles daran, nicht zu müssen. Doch in einer toxischen Beziehung ist die Gefahr eines „NEIN’s“ einfach zu gross und das Opfer lernt, den eigenen Körper, dessen Signale und Bedürfnisse zu hintergehen.


Für einen aktiven, toxischen Partnertypus ist es hierbei wichtig, dass sein Opfer ihm Ekstase, Lust und vollste Bewunderung lebensecht vorspielt. Je engagierter das Opfer umso „wohlwollender“ der fordernde Part. Wird die Leistung jedoch nicht erbracht, werden drastische Konsequenzen, Drohungen, Abwertungen und Beleidigungen folgen.


Beim passiven, toxischen Partnertypus ist ein „Nein“ ebenfalls keine Option. Denn dadurch fühlt sich die Person abgewertet, verletzt, hintergangen, beschämt und/oder gar angegriffen. Also ist auch hier das Opfer „gerne“ bereit sich auf einen Akt einzulassen um sich keiner Gefahr auszusetzen. Obwohl auch der passive Typus sich einen aktiven Sexualakt wünscht, ist es ihm schlussendlich egal, ob dieser dann auch aktiv ist. Hauptsache ist, dass das Opfer zum Orgasmus kommt, denn dies bestätigt die liebhaberischen Qualitäten. So lernt das Opfer den eigenen Körper soweit unter Kontrolle zu bekommen, dass möglichst schnell der „Höhepunkt“ erreicht wird, um aus diesem Elend aussteigen zu können. Der passive, toxische Partnertypus sieht sich in diesem Fall als einmaligen und grossartigen Liebhaber („Ich bin phantastisch, wenn ich mein Gegenüber in so kurzer Zeit zum Orgasmus bringe! Ich hab’s voll drauf!“).


Das Opfer hintergeht sich in beiden Fällen selber – eine Art der „Selbstvergewaltigung“ findet statt. Während sich der toxische Partner für einen Moment ruhig stellen lässt, fühlt sich das Opfer oft benutzt, dreckig und innerlich zerstört.


Als Langzeitfolge kann es vorkommen, dass sich Menschen aus toxischen Beziehungen erst durch (lange) professionelle Hilfe einer echten und gesunden Sexualität hingeben können. Zu tief liegen die Verletzungen… zu einschneidend ist der Betrug am eigenen Körper. Eine wahre Heilung kann in den meisten Fällen erst nach der Beendigung einer toxischen Beziehung geschehen.


Brauchst du zusätzliche Unterstützung? Möchtest du mehr über das Muster in deiner toxischen Beziehung in Erfahrung bringen? Möchtest du deine Sorgen mit jemandem teilen, der sich in diesem Gebiet auskennt und dich wirklich versteht?


Dann darfst du gerne mit mir Kontakt aufnehmen – gerne unterstütze ich dich ein Stück auf deinem Weg. Gerne darfst du dich bei mir für einen Termin melden.


Alles Liebe

Jasmin C. Hof


beratung@jasminhof.ch

076 508 74 74


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