Enttäuschungen und Erwartungen - wie wir funktionieren

Als ich mich das erste Mal so richtig mit Erwartungen und Enttäuschungen auseinander setzte, musste ich all diese Verbindungen für mich erst einmal auf einem Papier zusammenfassen und darstellen, damit ich sie überhaupt nützlich in Worte fassen konnte…


Es ist absolut menschlich, dass man Erwartungen hat. Es ist sogar gut und wichtig ‚nützliche‘ Erwartungen zu haben. Denn ‚nützliche‘ Erwartungen beinhalten eigene Grenzen und Werte und dienen als Landkarte dafür, was für dich stimmig ist und was du gehen lassen kannst.

Gegenüber diesen ‚nützlichen‘ Erwartungen stehen die ‚hinderliche‘. Diese dienen dazu wichtig zu sein und anderen Menschen zu zeigen, was richtig und was falsch sei. ‚Hinderliche‘ Erwartungen werden oft auch dazu genutzt, anderen ein schlechtes Gewissen einzureden. „Ich mache doch immer alles für dich…. Und du bist so undankbar!“ Menschen mit Erwartungen befinden sich auch sehr häufig in einer Retter-Rolle.


Enttäuschungen hingegen sind das Ende einer Täuschung… also eigentlich etwas ganz Gutes, wenn man so will… Und auch hier kann man wieder in ‚nützlich‘ und ‚hinderlich‘ unterteilen. Nützliche Ent-Täuschung hilft ein Trugbild offenzulegen. Wir sehen klarer und erkennen, wo etwas nicht mit uns und unseren Werten in Verbindung ist.

Bei ‚hinderlichen‘ Enttäuschungen wird die Schuld beim Anderen gesucht. Dieser oder jener hat nicht gemacht, was ich wollte. Dies endet oft auch in Vorwürfen, Sanktionen, Trötzeleien und dem Machen eines schlechten Gewissens. Mit diesem Verhalten stellt man sich zum einen über den anderen Menschen und gibt gleichzeitig aber auch die eigene Handlungsfähigkeit ab. Denn wenn der andere nicht das macht, was ich will, fühle ich eben Enttäuschung und mache mein Glück vom Verhalten des Anderen abhängig.


Die grosse Frage ist eigentlich diese: Bin ich ent-täuscht oder hat mich jemand enttäuscht?


Was denkst du über Enttäuschung und Erwartungen?